Ratgeber

Datenschutz und KI-Compliance: Ablauf, Vorgehen und was von euch gebraucht wird

Der Ablauf beim Thema Datenschutz und KI-Compliance von der ersten Frage bis zum laufenden Betrieb — inklusive dessen, was ihr beisteuern müsst, damit es funktioniert.

Ab 1.600 €3 bis 5 WochenStand 2026

01 — Ablauf

Die Schritte im Detail

  1. Bestand aufnehmen

    Was wird genutzt, von wem, mit welchen Daten. Meist mehr als der Geschäftsführung bekannt ist.

  2. Einordnen

    Risikoklasse je Anwendung, daraus die konkreten Pflichten.

  3. Regeln schreiben

    Eine Richtlinie, die kurz genug ist, dass sie gelesen wird.

  4. Umsetzen und nachweisen

    Kennzeichnungen einbauen, Schulung dokumentieren, Unterlagen ablegen.

02 — Mitwirkung

Was wir von euch brauchen

  • Eine Ansprechperson, die entscheiden darf — nicht nur weiterleiten.
  • Zugang zu den betroffenen Systemen, rechtzeitig und nicht am Tag des Livegangs.
  • Echte Beispiele aus dem Alltag — je unsauberer, desto nützlicher für den Test.
  • Zwei bis vier Stunden für Abstimmung, verteilt über die Projektlaufzeit.
  • Eine Antwort auf die Frage, was Erfolg bedeutet. Ohne die lässt sich hinterher nichts beurteilen.

03 — Umfang

Was dazugehört

  • Bestandsaufnahme: welche KI-Werkzeuge werden im Betrieb tatsächlich genutzt
  • Einordnung nach EU AI Act — Risikoklasse und daraus folgende Pflichten
  • Prüfung der Datenschutzlage je Werkzeug, inklusive Auftragsverarbeitung
  • Nutzungsrichtlinie, die im Alltag anwendbar ist statt nur formal korrekt
  • Kennzeichnungspflichten für Chatbots und KI-generierte Inhalte umsetzen
  • Nachweis der KI-Kompetenz durch dokumentierte Schulung

04 — Fragen

Häufige Fragen

Dürfen wir Kundendaten in ChatGPT eingeben?

In der kostenlosen Variante ohne vertragliche Absicherung: nein. Mit einem Geschäftszugang, Auftragsverarbeitungsvertrag und ausgeschlossenem Training kann es zulässig sein — abhängig davon, um welche Daten es geht. Genau diese Unterscheidung gehört in die Nutzungsrichtlinie, weil sie im Alltag ständig relevant wird.

Brauchen wir eine Datenschutz-Folgenabschätzung?

Nicht generell. Sie wird nötig, wenn die Verarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko für Betroffene bedeutet — etwa bei umfangreicher Profilbildung. Für einen FAQ-Chatbot auf der Website ist sie üblicherweise nicht erforderlich. Wir prüfen das im Einzelfall und halten das Ergebnis schriftlich fest.

Was verlangt der EU AI Act konkret von uns?

Für die meisten Betriebe geht es um zwei Dinge: Transparenz und Kompetenz. Transparenz heißt, dass Menschen erkennen müssen, wenn sie mit einem KI-System sprechen oder KI-generierte Inhalte sehen — das gilt seit August 2026. Kompetenz heißt, dass die Personen, die solche Systeme einsetzen, dafür ausreichend geschult sind. Beides ist dokumentierbar und mit überschaubarem Aufwand erfüllbar.

Gilt das auch für Einzelunternehmen?

Ja. Der AI Act unterscheidet nicht nach Unternehmensgröße, sondern nach Einsatzzweck und Risiko. Wer einen Chatbot auf der Website hat, ist betroffen — unabhängig davon, ob eine oder hundert Personen im Betrieb arbeiten.

Müssen KI-generierte Texte gekennzeichnet werden?

Bei Inhalten, die veröffentlicht werden und synthetisch erzeugt oder wesentlich verändert wurden, ja. Rein interne Nutzung — Recherche, Entwürfe, Zusammenfassungen — löst diese Pflicht in der Regel nicht aus.

05 — Entscheidung

Wie ihr weiterkommt

Der günstigste nächste Schritt ist ein Gespräch, kein Angebot. Zwanzig Minuten reichen meist, um zu klären, ob ein Vorhaben Sinn hat, in welchem Rahmen es liegt und ob wir die Richtigen dafür sind.

Falls nicht, sagen wir das. Ein ehrliches Nein kostet weniger als ein Projekt, das man nach drei Monaten abbricht — für beide Seiten.

Nächster Schritt

Schickt uns ein paar Sätze zu eurem Vorhaben.

Wir lesen jede Anfrage selbst und melden uns persönlich zurück. Kein Vertriebsteam, kein Rückrufformular in die Leere.

Anfrage senden ↗ office@pipebot.at ODER +43 681 207 64 203