Ratgeber
Automatisierung: womit anfangen, ohne sich zu verzetteln
Der häufigste Fehler ist nicht die falsche Technik, sondern der falsche erste Ablauf. Eine Reihenfolge, die funktioniert.
01
Die drei Kriterien
Ein Ablauf eignet sich, wenn er häufig vorkommt, klare Regeln hat und heute Handarbeit ist. Fehlt eines davon, wird es teuer: Seltene Abläufe rechnen sich nicht, unklare Regeln lassen sich nicht automatisieren, und was schon automatisiert ist, muss man nicht nochmal machen.
02
Wie man Kandidaten findet
Eine Woche lang notieren, was wiederholt wird. Nicht analysieren, nur aufschreiben. Am Ende der Woche steht eine Liste, die realistischer ist als jeder Workshop.
03
Die Reihenfolge
Nicht mit dem interessantesten anfangen, sondern mit dem, der am meisten Zeit frisst und am wenigsten Ausnahmen hat. Der erste Ablauf muss funktionieren, sonst gibt es keinen zweiten — das ist eine organisatorische Wahrheit, keine technische.
04
Was man vorher klären muss
Wer entscheidet bei Ausnahmen, wer wird bei Fehlern informiert, und was passiert, wenn der Ablauf einmal nicht läuft. Ohne diese drei Antworten entsteht ein System, dem niemand traut.
05
Wann man aufhören sollte
Wenn der nächste Ablauf mehr Ausnahmen als Regelfälle hat. Dann ist Handarbeit die richtige Antwort, und das ist kein Scheitern.
Fragen
Häufige Fragen
Wie viel kostet der Einstieg?
Ein erster, klar abgegrenzter Ablauf liegt üblicherweise im niedrigen vierstelligen Bereich. Das ist bewusst klein gehalten, damit die Entscheidung über den zweiten auf Erfahrung beruht statt auf Hoffnung.
Brauchen wir dafür neue Software?
Meist nicht. Der Großteil läuft über die Systeme, die schon da sind, plus eine Verbindungsschicht. Neue Software ist die Ausnahme, nicht der Regelfall.
Was, wenn sich der Ablauf ändert?
Dann wird er angepasst. Deshalb baut man die veränderlichen Teile — Texte, Empfänger, Schwellwerte — so, dass sie ohne Entwickler änderbar sind.
Nächster Schritt
Reden wir kurz darüber, ob sich das bei euch rechnet.
Ein Gespräch von zwanzig Minuten reicht meistens, um zu klären, ob ein Projekt Sinn hat. Wenn nicht, sagen wir das — das ist billiger für beide Seiten als ein Angebot, das niemand braucht.