Ratgeber
Wie lange dauert ein Onlineshop? Realistischer Zeitplan
Ein Projekt zum Thema Onlineshop ist kein Wochenendvorhaben, aber auch kein Halbjahresprojekt. Was in welcher Reihenfolge passiert, woran es typischerweise hängt und wie sich die Laufzeit verkürzen lässt.
01 — Zeitrahmen
Wie lange es dauert
- Typische Laufzeit
- 6 bis 12 Wochen
- Richtwert ab
- 6.500 €
Die Laufzeit beginnt nach Freigabe des Angebots. Vorlaufzeit für Erstgespräch und Angebot: üblicherweise ein bis zwei Wochen.
02 — Ablauf
Die Schritte im Detail
Sortiment und Abläufe
Wie viele Artikel, welche Varianten, wie läuft Versand und Retoure heute.
Plattform wählen
Nach Sortimentsgröße, Anbindungsbedarf und wer den Shop später pflegt.
Aufbau
Shop, Zahlungen, Versand, Anbindung, Rechtstexte.
Testbestellungen
Wir bestellen durch — inklusive Retoure, Storno und Zahlungsausfall.
03 — Engpässe
Woran es typischerweise hängt
- Inhalte und Zulieferungen. Der mit Abstand häufigste Verzögerungsgrund. Texte, Bilder, Preislisten, Zugänge — was fehlt, blockiert.
- Entscheidungen. Wenn unklar ist, wer freigibt, wartet das Projekt. Eine benannte Ansprechperson mit Entscheidungsbefugnis verkürzt die Laufzeit spürbar.
- Zugänge zu Drittsystemen. Zugriff auf Warenwirtschaft, Telefonanlage oder CRM zu bekommen, dauert regelmäßig länger als die Anbindung selbst.
- Abstimmungsrunden ohne Ende. Zwei Korrekturrunden sind normal, fünf sind ein Zeichen dafür, dass das Ziel am Anfang nicht klar war.
04 — Umfang
Was dazugehört
- Aufsetzen auf einer Plattform, die zu eurer Größe passt, statt zur größten
- Zahlungsarten, die im deutschsprachigen Raum tatsächlich genutzt werden
- Versand- und Steuerlogik inklusive Lieferschwellen im EU-Versand
- Anbindung an Warenwirtschaft oder Buchhaltung
- Rechtstexte, Widerrufsbelehrung und Button-Lösung korrekt umgesetzt
- Barrierefreiheit nach WCAG 2.1 AA — für Shops im Verbrauchergeschäft Pflicht
05 — Fragen
Häufige Fragen
Können wir vom bestehenden Shop migrieren?
Ja, mit Übernahme von Artikeln, Kunden und Bestellhistorie. Wichtig sind die Weiterleitungen der alten Produktadressen — ohne sie verliert man die Sichtbarkeit der bisherigen Seiten.
Was kostet der laufende Betrieb?
Plattformgebühren, Zahlungsanbieter, Hosting und Wartung. Bei einem kleinen Shop landet man schnell bei einigen hundert Euro im Monat, bevor eine einzige Bestellung eingegangen ist. Das gehört in die Rechnung, bevor man startet.
Shopify, WooCommerce oder etwas anderes?
Shopify, wenn ihr schnell starten wollt und mit den laufenden Gebühren leben könnt. WooCommerce, wenn ihr ohnehin WordPress betreibt und jemanden habt, der Updates macht. Bei komplexer Warenwirtschaft lohnt sich der Blick auf spezialisierte Systeme. Es gibt keine Antwort, die für alle stimmt.
Muss unser Shop barrierefrei sein?
Ja, sehr wahrscheinlich. Onlineshops im Verbrauchergeschäft stehen ausdrücklich in der Liste des österreichischen Barrierefreiheitsgesetzes, das seit 28. Juni 2025 gilt. Die Ausnahme für Kleinstunternehmen greift bei Dienstleistungen, nicht beim Produktvertrieb. Verstöße können mit Verwaltungsstrafen bis 80.000 Euro geahndet werden.
Wie läuft die Umsatzsteuer im EU-Versand?
Über die Lieferschwelle hinaus wird im Bestimmungsland versteuert, üblicherweise über das One-Stop-Shop-Verfahren. Der Shop muss die Steuersätze je Land korrekt berechnen — das wird beim Aufsetzen eingerichtet und ist kein Detail, das man nachträglich flickt.
Nächster Schritt
Schickt uns ein paar Sätze zu eurem Vorhaben.
Wir lesen jede Anfrage selbst und melden uns persönlich zurück. Kein Vertriebsteam, kein Rückrufformular in die Leere.