Ratgeber
Checkliste: Onlineshop vorbereiten
Was ihr klären solltet, bevor ihr Angebote zum Thema Onlineshop einholt. Je mehr davon vorher steht, desto belastbarer werden die Angebote.
01 — Checkliste
Vor dem ersten Angebot klären
- Was soll besser werden? In einem Satz, ohne Fachbegriffe.
- Woran merkt ihr es? Eine Zahl, die sich ändern soll.
- Wer entscheidet? Eine Person, nicht ein Gremium.
- Welches Budget steht zur Verfügung? Ein Rahmen genügt — er macht Angebote vergleichbar statt beliebig.
- Bis wann? Und woran hängt der Termin.
- Welche Systeme sind betroffen? Und wer hat dort Zugang.
- Was habt ihr schon? Inhalte, Daten, Vorarbeiten — das senkt den Preis.
02 — Mitwirkung
Was wir von euch brauchen
- Eine Ansprechperson, die entscheiden darf — nicht nur weiterleiten.
- Zugang zu den betroffenen Systemen, rechtzeitig und nicht am Tag des Livegangs.
- Echte Beispiele aus dem Alltag — je unsauberer, desto nützlicher für den Test.
- Zwei bis vier Stunden für Abstimmung, verteilt über die Projektlaufzeit.
- Eine Antwort auf die Frage, was Erfolg bedeutet. Ohne die lässt sich hinterher nichts beurteilen.
03 — Fragen
Fragen, die ihr stellen solltet
- Was passiert, wenn das Projekt teurer wird als geschätzt — wer trägt das?
- Wem gehören Daten, Zugänge und, falls entwickelt wird, der Quellcode?
- Was kostet der Betrieb im zweiten und dritten Jahr?
- Wie sieht die Dokumentation aus, die wir am Ende bekommen?
- Woran würden Sie messen, ob das Projekt erfolgreich war?
- Gibt es einen Fall, in dem Sie uns davon abraten würden?
04 — Fragen
Häufige Fragen
Wie läuft die Umsatzsteuer im EU-Versand?
Über die Lieferschwelle hinaus wird im Bestimmungsland versteuert, üblicherweise über das One-Stop-Shop-Verfahren. Der Shop muss die Steuersätze je Land korrekt berechnen — das wird beim Aufsetzen eingerichtet und ist kein Detail, das man nachträglich flickt.
Muss unser Shop barrierefrei sein?
Ja, sehr wahrscheinlich. Onlineshops im Verbrauchergeschäft stehen ausdrücklich in der Liste des österreichischen Barrierefreiheitsgesetzes, das seit 28. Juni 2025 gilt. Die Ausnahme für Kleinstunternehmen greift bei Dienstleistungen, nicht beim Produktvertrieb. Verstöße können mit Verwaltungsstrafen bis 80.000 Euro geahndet werden.
Können wir vom bestehenden Shop migrieren?
Ja, mit Übernahme von Artikeln, Kunden und Bestellhistorie. Wichtig sind die Weiterleitungen der alten Produktadressen — ohne sie verliert man die Sichtbarkeit der bisherigen Seiten.
Was kostet der laufende Betrieb?
Plattformgebühren, Zahlungsanbieter, Hosting und Wartung. Bei einem kleinen Shop landet man schnell bei einigen hundert Euro im Monat, bevor eine einzige Bestellung eingegangen ist. Das gehört in die Rechnung, bevor man startet.
Shopify, WooCommerce oder etwas anderes?
Shopify, wenn ihr schnell starten wollt und mit den laufenden Gebühren leben könnt. WooCommerce, wenn ihr ohnehin WordPress betreibt und jemanden habt, der Updates macht. Bei komplexer Warenwirtschaft lohnt sich der Blick auf spezialisierte Systeme. Es gibt keine Antwort, die für alle stimmt.
Nächster Schritt
Erste Einschätzung, ohne Verpflichtung.
Beschreibt kurz, worum es geht. Ihr bekommt eine ehrliche Antwort dazu, was realistisch ist und was es ungefähr kostet.