Ratgeber
Was kostet eine Datenmigration? Preise, Faktoren und Fördermöglichkeiten
Beim Thema Datenmigration liegen die Preisspannen weit auseinander — und das hat Gründe. Was den Preis tatsächlich treibt, welcher Rahmen realistisch ist und welche Förderungen in Österreich in Frage kommen.
01 — Preisrahmen
Was es kostet
- Richtwert ab
- 2.600 €
- Typische Laufzeit
- 2 bis 6 Wochen
Abhängig von Datenmenge und Qualität des Altbestands. Alle Angaben sind Richtwerte für die Einordnung — das verbindliche Angebot entsteht nach dem Erstgespräch und nennt Umfang, Fixpreis und Termine.
02 — Faktoren
Was den Preis treibt
- Umfang und Zahl der Anbindungen. Jedes zusätzliche System, das mitspielen muss, kostet Aufwand — unabhängig davon, wie einfach der Kern ist.
- Zustand eurer Ausgangslage. Saubere Daten, vorhandene Inhalte und dokumentierte Abläufe senken den Aufwand erheblich. Chaos ist der teuerste Kostenfaktor.
- Wie viel Neues entstehen muss. Was ihr beisteuern könnt, muss niemand erfinden. Das ist der größte Hebel, den ihr selbst in der Hand habt.
- Anspruch an Gestaltung und Individualität. Ein solides Standardsystem kostet einen Bruchteil einer maßgeschneiderten Lösung — und reicht häufiger, als Anbieter zugeben.
- Betriebsmodell. Einmalige Projektkosten oder laufende Betreuung: Über drei Jahre gerechnet ergibt das oft ein anderes Bild als der Angebotsvergleich.
03 — Förderung
Förderungen in Österreich
Für österreichische KMU kommt KMU.DIGITAL in Frage, für größere Vorhaben die aws-Digitalisierungsförderung. Entscheidend: Der Antrag muss bewilligt sein, bevor der Auftrag vergeben wird.
KMU.DIGITAL fördert Beratung und Umsetzung für kleine und mittlere Unternehmen anteilig, mit gedeckelter Fördersumme. Die aws-Digitalisierungsförderung greift bei größeren Projektvolumina mit niedrigerem Zuschussanteil, aber höherer absoluter Summe. Dazu kommen Landesförderungen, die je nach Bundesland unterschiedlich ausgestaltet sind.
Der häufigste Fehler ist immer derselbe: zuerst beauftragen, dann fördern wollen. Das funktioniert nicht. Planen Sie mehrere Wochen Vorlaufzeit für Antrag und Bewilligung ein.
04 — Umfang
Was dazugehört
- Analyse des Altbestands mit Bericht über Qualitätsprobleme, vor der Migration
- Abbildungsregeln zwischen alter und neuer Struktur
- Bereinigung: Dubletten, Formate, fehlende Pflichtangaben
- Probemigration mit Abgleich und Zählprotokoll
- Umschaltung mit Rückfallmöglichkeit
- Protokoll, das jeden Datensatz nachvollziehbar macht
05 — Fragen
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Migration?
Die Übertragung selbst meist Stunden. Die Zeit geht für Analyse, Regeln und Probeläufe drauf — üblicherweise zwei bis sechs Wochen, abhängig vom Zustand der Altdaten.
Nehmen wir alles mit?
Selten sinnvoll. Karteileichen, Testdatensätze und zehn Jahre alte Vorgänge belasten das neue System. Wir empfehlen, den aktiven Bestand zu migrieren und den Rest archiviert verfügbar zu halten.
Was, wenn nach der Umschaltung etwas fehlt?
Deshalb Zählprotokoll und Rückfallmöglichkeit: Der Altbestand bleibt unangetastet, bis die Abnahme erfolgt ist. Nachträgliche Ergänzungen einzelner Bereiche sind möglich.
Können wir parallel weiterarbeiten?
Bei kurzen Umstellungen ja, mit einem Stichtag. Bei längeren Migrationen arbeitet man üblicherweise bis zur Umschaltung im Altsystem weiter und überträgt den Zuwachs am Schluss.
06 — Fehler
Die häufigsten Fehler
- Zu groß anfangen. Projekte, bei denen monatelang niemand etwas benutzen kann, scheitern überdurchschnittlich oft. Ein kleiner, nutzbarer erster Schritt ist fast immer der bessere Weg.
- Die Leute nicht einbeziehen, die damit arbeiten. Anforderungen, die nur aus der Geschäftsführung kommen, treffen die tatsächliche Arbeit selten.
- Kein Erfolgsmaß definieren. Ohne vorher festgelegte Kennzahl lässt sich hinterher nicht sagen, ob es etwas gebracht hat — und die nächste Entscheidung wird wieder aus dem Bauch getroffen.
- Betriebskosten übersehen. Der Projektpreis ist nur ein Teil. Was der Betrieb über drei Jahre kostet, gehört in dieselbe Rechnung.
- Abhängigkeit aufbauen. Wer Zugänge, Dokumentation und Quellcode nicht bekommt, ist gebunden. Das gehört vor der Beauftragung geklärt, nicht danach.
Nächster Schritt
Reden wir kurz darüber, ob sich das bei euch rechnet.
Ein Gespräch von zwanzig Minuten reicht meistens, um zu klären, ob ein Projekt Sinn hat. Wenn nicht, sagen wir das — das ist billiger für beide Seiten als ein Angebot, das niemand braucht.