Ratgeber
Prozessautomatisierung: Ablauf, Vorgehen und was von euch gebraucht wird
Der Ablauf beim Thema Prozessautomatisierung von der ersten Frage bis zum laufenden Betrieb — inklusive dessen, was ihr beisteuern müsst, damit es funktioniert.
01 — Ablauf
Die Schritte im Detail
Ist-Aufnahme
Ein halber Tag, an dem wir zuschauen und mitschreiben. Meist finden sich dabei mehr Kandidaten als erwartet.
Auswahl
Wir rechnen pro Ablauf die jährliche Zeitersparnis aus und fangen bei dem an, der am meisten bringt — nicht bei dem, der am spannendsten klingt.
Bau und Test
Der Ablauf wird gebaut und mit echten Daten getestet, bevor er scharf geschaltet wird.
Betrieb
Die ersten Wochen beobachten wir mit und schärfen nach. Danach läuft es, und ihr bekommt nur noch Meldung, wenn etwas klemmt.
02 — Mitwirkung
Was wir von euch brauchen
- Eine Ansprechperson, die entscheiden darf — nicht nur weiterleiten.
- Zugang zu den betroffenen Systemen, rechtzeitig und nicht am Tag des Livegangs.
- Echte Beispiele aus dem Alltag — je unsauberer, desto nützlicher für den Test.
- Zwei bis vier Stunden für Abstimmung, verteilt über die Projektlaufzeit.
- Eine Antwort auf die Frage, was Erfolg bedeutet. Ohne die lässt sich hinterher nichts beurteilen.
03 — Umfang
Was dazugehört
- Aufnahme der bestehenden Abläufe — was passiert heute wirklich, nicht was im Handbuch steht
- Priorisierung nach Zeitersparnis und Fehlerrisiko statt nach technischer Machbarkeit
- Umsetzung der Automatisierungen mit Protokollierung jedes Durchlaufs
- Fehlerbenachrichtigung: Wenn etwas hängt, erfahrt ihr es, nicht euer Kunde
- Dokumentation, die auch jemand versteht, der nicht dabei war
- Übergabe mit Einschulung, damit ihr kleine Änderungen selbst machen könnt
04 — Fragen
Häufige Fragen
Was passiert mit den Leuten, die das bisher gemacht haben?
In der Praxis fällt selten eine Stelle weg — es fällt der Teil der Arbeit weg, den niemand mochte. Die Zeit geht in Dinge, für die vorher nie welche da war.
Gibt es Förderungen dafür?
Für österreichische KMU ist KMU.DIGITAL der übliche Weg — Beratung und Umsetzung werden anteilig gefördert. Wichtig: Der Antrag muss genehmigt sein, bevor der Auftrag vergeben wird. Plant dafür Vorlaufzeit ein.
Verlieren wir die Kontrolle über unsere Abläufe?
Im Gegenteil: Ein automatisierter Ablauf ist erstmals vollständig dokumentiert und protokolliert. Ihr seht jeden Durchlauf. Vorher wusste das nur die Person, die es immer gemacht hat.
Wie schnell rechnet sich das?
Bei den Abläufen, mit denen wir üblicherweise anfangen, liegt die Amortisation zwischen vier und zehn Monaten. Das rechnen wir vor dem Angebot vor, nicht danach.
Was, wenn sich unsere Prozesse ändern?
Dann werden die Abläufe angepasst. Wir bauen sie so, dass die veränderlichen Teile — Textbausteine, Empfänger, Schwellwerte — in einer Tabelle stehen, die ihr selbst pflegt, ohne uns zu brauchen.
Woher wissen wir, was sich zu automatisieren lohnt?
Faustregel: Ein Ablauf lohnt sich, wenn er mindestens wöchentlich vorkommt, klare Regeln hat und heute Handarbeit ist. Wir rechnen in der Ist-Aufnahme jeden Kandidaten durch — Häufigkeit mal Dauer mal Kosten — und ihr entscheidet anhand von Zahlen.
Müssen wir dafür neue Software kaufen?
Meistens nicht. Der Großteil läuft über die Systeme, die ihr schon habt, plus eine Automatisierungsschicht. Neue Software schlagen wir nur vor, wenn eine echte Lücke besteht.
05 — Entscheidung
Wie ihr weiterkommt
Der günstigste nächste Schritt ist ein Gespräch, kein Angebot. Zwanzig Minuten reichen meist, um zu klären, ob ein Vorhaben Sinn hat, in welchem Rahmen es liegt und ob wir die Richtigen dafür sind.
Falls nicht, sagen wir das. Ein ehrliches Nein kostet weniger als ein Projekt, das man nach drei Monaten abbricht — für beide Seiten.
99 — Weiter
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Nächster Schritt
Reden wir kurz darüber, ob sich das bei euch rechnet.
Ein Gespräch von zwanzig Minuten reicht meistens, um zu klären, ob ein Projekt Sinn hat. Wenn nicht, sagen wir das — das ist billiger für beide Seiten als ein Angebot, das niemand braucht.